Gmail wird Gold wert: Geld versenden als Attachment

Wer im März 2017 die Informationen zum Update der Gmail Android App liest, stößt auf den Hinweis zum neu eingerichteten Service “Geld versenden”. Der macht Geldtransfers so einfach wie Fotos verschicken. Zunächst geht das zwar nur mit US- und UK-Konten, aber Apple Pay steht in Deutschland bereits in den Startlöchern, ein starker Anreiz für Google.

 

Gmail Logo
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Geld versenden mit Gmail: Wie funktioniert das?

Der Geldtransfer über Googles E-Mail-App ist nicht nur so einfach wie das Anhängen eines Bildes oder eines PDFs an eine E-Mail, er nutzt tatsächlich dieselbe Menü-Infrastruktur für Attachments. In den Regionen, in denen die Funktion bereits verfügbar ist, erscheint im Attachment-Menü ein neuer Eintrag “Geld senden”. Beim Anklicken öffnet sich ein Dialog, der nach dem gewünschten Betrag und der Zahlungsmethode fragt. Hat der Versender noch keine Google Wallet eingerichtet, so wird er automatisch auf die Seite zur Einrichtung geleitet. Vorteil der Verwendung dieses Dienstes als Zahlmethode: das Versenden und Empfangen von Geld mit Gmail ist kostenfrei. Gleichermaßen wie die Absender fragt Google Nutzer, die zum ersten Mal Geld per E-Mail empfangen, nach einer Kontoverbindung für die Auszahlung der Summe.

 

Mit Gmail Geld senden
Mit Gmail Geld senden @blog.google

 

Einfacher bezahlen mit Gmail?

Auf ähnliche Weise wie das Geld versenden ist auch das Anfordern von Geldbeträgen möglich. Prinzipiell lässt sich damit das Bezahlen von Rechnungen vereinfachen, indem der Verkäufer zum PDF mit dem Rechnungstext eine Anforderung des Rechnungsbetrags an dieselbe E-Mail anhängt. Der Rechnungsempfänger kann dann den geforderten Betrag per Klick überweisen, ohne das E-Mail-Programm zu verlassen. Google hat aber zunächst eher private Zahlungen im Blick, beispielsweise den Transfer eines Anteils an den Kosten einer gemeinsamen Reise.

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Bezahlfunktion ist in der App zunächst auf die USA beschränkt und in der Desktop-Version auch für das UK verfügbar. Die Nutzer müssen zudem volljährig sein und Google schaltet die Funktion nicht für alle gleichzeitig, sondern sukzessive frei. Geldempfänger brauchen dabei kein Gmail-Konto, eine Überweisung an andere E-Mail-Adressen ist ebenfalls möglich.

 

Datenschutz: Kann sich das Bezahlen per Gmail in Deutschland durchsetzen?

Gerade in Deutschland wird Google gerne als Datenkrake gesehen. Das könnte sich auf die Akzeptanz des neuen Dienstes auswirken. Andererseits haben Deutsche kein Problem, einem Dienstleister wie Sofortüberweisung die Zugangsdaten zum eigenen Bankkonto zu überlassen und damit den Vollzugriff zu geben. Das schließt vor allem das Auslesen aller vergangenen Buchungen ein, wodurch sich der Nutzer selbst zum gläsernen Kunden macht. Google kann dagegen nur die per Gmail oder in anderer Form über Google Wallet ausgeführten Transaktionen sehen.

Weitere Informationen: Gmail Blog