Der Cola-Rausch – Viel Lärm um Nichts

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Was wurde ihr nicht schon alles nachgesagt: Cola führt zu Abhängigkeit, begünstigt die Bildung von Karies und zersetzt die Magenschleimhaut. Neuerdings ist die braune Brause sogar als Halluzinogen verschrieen. Doch was ist dran an den Geschichten um den Cola-Rausch?

Coca-Cola Foto
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Die Cola-Rausch Lüge

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Nun, wie jede Erzählung beinhaltet auch die Mär vom rauschartigen Zustand nach Cola-Genuss einen wahren Kern. Schuld an dem leicht verrücken Zustand sind aber keine geheimnisvollen Zutaten, sondern eine ganz normale körperliche Reaktion. Ein Blick auf die Deklarationsliste des Getränks enttarnt den Cola-Rausch als Party-Lüge:

  • Wasser und Kohlensäure
    bilden ein Gemisch, dessen pH-Wert in Etwa dem der Magensäure entspricht. Damit ist auch das Gerücht um die Schädlichkeit für innenliegende Schleimhäute entmystifiziert. Die Cola sorgt zunächst nur für ein Völlegefühl – das umso größer ist, je mehr Flüssigkeit den Magen erreicht.
  • Zucker
    ist in jedem Glas Cola teelöffelweise enthalten. Sein Gehalt beläuft sich auf mehr als 10% und sorgt rund 10 min nach dem Genuss für ein sprunghaftes Ansteigen des Insulinspiegels. Darauf wiederum reagiert die Leber, welche verzweifelt versucht, den übermäßigen Zucker abzubauen – indem sie ihn in Fett umwandelt.
  • Koffein
    benötigt etwas weniger als 45 min um zu wirken. Eine runde halbe Stunde nachdem die Brause im Bauch angekommen ist, hat der Körper das Alkaloid aufgenommen und blockiert damit jene Gehirn-Rezeptoren, die Müdigkeit signalisieren. Zusammen mit dem Zucker entsteht ein Effekt, der sich als Überaktivität deuten lässt und zur Legende um den Cola-Rausch geführt hat.
  • Phosphorsäure
    in der Cola wirkt als letzter Bestandteil des Cocktails. Im Darm angelangt, bindet sie lebensnotwendige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium oder Zink und wartet darauf, dass das Koffein nun auch die Verdauung beeinflusst. Bei Erfolg werden ein Großteil des Wassers und die an den Phosphor gebundenen Mineralien ausgeschieden.
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Was folgt, ist ein klassischer Kater: Der durch den Cola-Rausch verursachte Wasser- und Mineralienmangel ruft ein starkes Durstgefühl, Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Muskelschmerzen hervor. Der Griff zum nächsten Glas Cola liegt nahe. Das sollte jedoch besser durch ungezuckerte Frucht- und Gemüsesäfte oder Mineralwasser ersetzt werden.

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Von Benjamin Richter

Hauptberuflich in der Design-Branche tätig und immer auf der Suche nach neuen und außergewöhnlichen Produkten. In den 70ern des letzten Jahrtausends geboren. Hat ein Faible für Design, Technik und Lifestyle.