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Fairphone 3 Plus – bessere Kamera + mehr recyceltes Plastik

Ein Jahr ist es her, dass das Fairphone 3 auf den Markt kam. Nun folgt das Fairphone 3 Plus, das nicht nur mit der aktuellen Android-Version kommt. Der Hersteller reduziert den CO2-Fußabdruck und verbessert zudem die Kamera.

Fairphone 3 Plus und Verpackung
Fairphone 3 Plus und Verpackung @fairphone.com

Zum Verwechseln ähnlich

Wer das Fairphone 3 Plus betrachtet, findet in der Bauweise keinen Unterschied zum Vorjahresmodell. Die Versionen sind nahezu baugleich und doch gibt es 2 signifikante Abweichungen. So besteht das neue Gerät etwa aus 40 % recyceltem Plastik. Der Vorgänger kam „nur“ auf 9 %. Dabei kann das «Plus» für leichte Verwirrung sorgen. Wo bei anderen Anbietern damit ein größeres Gerät und eine schnellere Performance gemeint ist, liefert Fairphone „lediglich“ ein kleineres Upgrade.

Das bedeutet gleichzeitig, dass auch das Fairphone 3 Plus auf den bisher verwendeten Qualcomm Snapdragon 632 und 4 GB RAM setzt. Die 8 Kerne leisten eine gute Arbeit, sind im großen Konzert der Smartphone-Hersteller jedoch nurmehr Mittelklasse. Der gleiche Prozessor findet sich im Übrigen im Moto G7, das nun auch schon etwa älter ist. Als Auflösung bietet Fairphone gewohnte Full-HD mit 2.160 x 1.080p sowie einem Seitenverhältnis von 18:9. Wie schon beim 2019er Modell liegt die Pixeldichte bei guten 427 ppi.

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Hochwertiges Kamera-Modul

Deutlich verbesser allerdings zeigt sich die Kamera des Fairphone 3 Plus. War im Fairphone 3 noch ein 12-Megapixel-Sensor an der Hauptkamera verbaut, werden nun 48 MP Sensoren geliefert. Zudem kommt die Dual-Pixel-Technologie sowie ein Dual-LED-Blitz zum Einsatz. Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich bei der Frontkamera. Hier ist nun ein 16-Megapixel-Sensor anstatt des bisherigen 8-Megapixel-Sensors zu finden. Laut Hersteller sind die neuen Sensoren leistungsfähiger und liefern «erheblich verbesserte Fotos und Videos». Gleiches gilt für die Objektverfolgung sowie den Autofokus. Dank Bildstabilisierung gelingen selbst in der Bewegung scharfe Aufnahmen.

Modulare Bauteile des Fairphone 3 Plus Smartphones
Modulare Bauteile des Fairphone 3 Plus Smartphones @fairphone.com

Wer nun 2019 das Fairphone 3 gekauft hatte, muss sich nicht ärgern. Denn der Hersteller bietet für 94 € die Option, das Kameramodul separat zu beziehen und es eigenständig einzubauen. So unterstreicht Fairphone abermals das Bestreben, nicht gleich ein neues Gerät kaufen zu müssen, sondern selbst für das Hardware-Update zu sorgen.

Eine wichtige Schlüsselkomponente für das Unternehmen ist zudem, den CO2-Fußabdruck immer weiter zu minimieren. So wurde zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration eine Reduzierung der CO2-Emissionen mithilfe des Fairphone 3 Plus von 28 bis 42 % ermittelt.

Ein weiterer Vorteil des Fairphone 3 Plus ist das Betriebssystem. Es kommt zwar mit Android 10, ist jedoch frei von Bloatware und Partner-Apps. Zudem kann eine Google-freie Android-Fork e Variante bezogen werden. Diese basiert auf der LineageOS Custom-ROM und liefert keine Daten an Google selbst.

Größe des Fairphone 3 Plus Smartphones
Größe des Fairphone 3 Plus Smartphones @fairphone.com

Fazit zum Fairphone 3 Plus

Im Fokus des Herstellers steht dabei stets die Umsetzung fairer Arbeitsbedingungen. Jedes verkaufte Gerät hilft, bestehende Projekte auszubauen oder neue zu initiieren. So hilft der Verkauf des Fairphone 3 Plus, Elektroschrott und Plastik zu minimieren, Fairtrade-Gold, konfliktfreies Wolfram, Zinn, Kobalt und Kupfer zu beziehen und die Arbeitsbedingungen in den Mienen in der Demokratischen Republik Kongo oder in Uganda zu verbessern. Zudem bietet man ein «zirkuläres Modulprogramm», das alte Geräte zurücknimmt, um diesen ein «zweites Leben» zu ermöglichen. Das Fairphone 3 Plus ist ab 14. September 2020 verfügbar und kostet 469 €. Den Vorgänger gibt es für 419 €.