
Der Bugatti Destrier ist kein neues Serienmodell, sondern ein automobiles Einzelstück. Auf Basis des kompromisslosen Bolide hat Bugatti einen nur einen Meter hohen Hypercar geschaffen, bei dem ausnahmsweise nicht Rundenzeiten und Abtrieb die Hauptrolle spielen – sondern Proportionen, Materialien und Design.
Schon die Idee hinter dem Destrier ist ungewöhnlich: Was passiert, wenn man die extreme technische Architektur des Bugatti Bolide von einem großen Teil seiner offensichtlichen Rennstrecken-Aerodynamik befreit und daraus etwas beinahe Elegantes formt? Das Ergebnis ist die dritte Einzelanfertigung aus Bugattis Programme Solitaire nach Brouillard und F.K.P. Hommage.

Nur einen Meter hoch
Besonders spektakulär sind die Proportionen. Der Bugatti Destrier misst lediglich einen Meter in der Höhe und besitzt damit die niedrigste Silhouette, die Bugatti bislang realisiert hat. Vorne stehen 20-Zoll-, hinten 21-Zoll-Räder in den Radhäusern. Der typische Hufeisengrill wurde breiter ausgeführt, während der Heckflügel wesentlich zurückhaltender in die Karosserie integriert ist als beim Bolide.)
Die Lackierung trägt den Namen Sapphire Celeste und wurde eigens für dieses einzige Fahrzeug entwickelt. Diamantähnliche Pigmente sollen dem Blau zusätzliche Tiefe verleihen; sichtbare Carbonteile wurden farblich darauf abgestimmt.
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1.600 PS bleiben trotzdem erhalten
Unter der neuen Karosserie steckt weiterhin die Technik des Bolide. Der bekannte 8,0-Liter-W16 mit vier Turboladern leistet 1.600 PS. Damit trifft eines der extremsten Bugatti-Triebwerke auf eine Karosserie, die bewusst weniger wie Renntechnik und mehr wie ein automobiles Kunstobjekt wirken soll.
Fast noch interessanter ist deshalb der Innenraum. Leder und Nubuk im warmen Farbton „Ambre Voyageur“ werden mit einem dreidimensional gestrickten Textil kombiniert. Feine Kupfergarne ziehen sich durch das Material; gehämmerte Metalloberflächen erinnern an die Rüstung eines mittelalterlichen Ritters. Das passt zum Namen: Ein Destrier war ein besonders kräftiges und wertvolles Streitross des Mittelalters.

Gebaut für genau einen Menschen
Der Öleinfülldeckel trägt neben dem Destrier-Emblem die Kennzeichnung „1/1“. Einen zweiten wird es also nicht geben. Entwickelt wurde das Fahrzeug für einen einzigen Kunden; einen Preis nennt Bugatti nicht. Nach der digitalen Enthüllung Anfang August 2026 feierte der Destrier während der Monterey Car Week auch seine öffentliche Premiere in Kalifornien.
Der Bugatti Destrier ist damit weniger ein neues Hypercar als die Antwort auf eine ziemlich extravagante Frage: Was passiert, wenn 1.600 PS einmal nicht das Interessanteste an einem Auto sind?
Bei diesem Bugatti ist die Antwort ziemlich einfach: Man schaut trotzdem zweimal hin.


