
Elektroautos werden interessanter, wenn Hersteller aufhören, einfach nur den Verbrennungsmotor durch eine Batterie zu ersetzen. Neue Fahrzeugkonzepte, ungewöhnliches Design und extreme Technik zeigen inzwischen, wie unterschiedlich elektrische Mobilität aussehen kann.
Für unsere Auswahl der coolsten Elektroautos zählt deshalb nicht allein die größte Reichweite. Interessanter ist die Idee hinter dem Fahrzeug. Diese sechs Modelle gehen ihren eigenen Weg.
Porsche Cayenne Turbo Electric: wenn ein SUV völlig eskaliert
Beim Porsche Cayenne Turbo Electric trifft Familien-SUV auf Leistungswerte, die noch vor wenigen Jahren Supersportwagen vorbehalten waren. Mit Launch Control stehen bis zu 1.156 PS zur Verfügung, von 0 auf 100 km/h geht es in rund 2,5 Sekunden.
Dazu kommen 800-Volt-Technik, sehr hohe Ladeleistung und eine alltagstaugliche Reichweite. Vernünftig dimensioniert ist das alles nicht unbedingt. Faszinierend aber schon.

Audi Concept C: weniger Bildschirm, mehr Auto
Der Audi Concept C zeigt eine ganz andere Richtung. Der elektrische Zweisitzer setzt auf klare Flächen, reduzierte Technik und ein zweiteiliges elektrisches Hardtop.
Besonders spannend ist die Idee, digitale Funktionen bewusst zurückzunehmen. Das zentrale Display kann verschwinden, physische Bedienelemente bleiben erhalten. Ein Elektro-Sportwagen, der futuristisch sein möchte, ohne wie ein rollendes Smartphone auszusehen.

Microlino Lite: möglichst wenig Auto
Der Microlino Lite beantwortet die Frage nach moderner Mobilität nicht mit mehr Leistung, sondern mit weniger Fahrzeug. Zwei Sitze, kompakte Abmessungen und maximal 45 km/h machen ihn vor allem für die Stadt interessant.
Je nach Land kann das kleine Elektrofahrzeug bereits mit AM-Führerschein gefahren werden. Statt immer größerer SUVs zeigt der Microlino damit, dass Elektromobilität auch ausgesprochen klein gedacht werden kann.

TYPE AMI: Retro statt Einheitsdesign
Technisch steckt im TYPE AMI von Caselani ein Citroën Ami. Äußerlich sieht man davon allerdings deutlich weniger.
Der italienische Karosseriebauer verwandelt das elektrische Microcar mit handgefertigten Karosserieteilen in eine Hommage an den historischen Citroën HY. Wellblechoptik trifft Elektroantrieb – und plötzlich hat eines der rationalsten Stadtfahrzeuge Europas ziemlich viel Persönlichkeit.

AFEELA: wenn Sony ein Auto mitdenkt
Mit AFEELA treffen Automobilbau und Unterhaltungselektronik ungewöhnlich direkt aufeinander. Hinter der Marke stehen Sony und Honda.
Das Fahrzeug setzt stark auf Sensoren, digitale Dienste, Assistenzsysteme und Entertainment. Damit verschiebt sich die klassische Frage beim Auto ein Stück weit: Nicht nur „Wie fährt es?“, sondern auch „Was kann die Technik um mich herum?“
Ob man so viel Digitalisierung im Auto möchte, ist Geschmackssache. Interessant ist das Konzept gerade deshalb.

Amble One: Elektroauto für den Weg zum Strand
Das Amble One möchte weder Autobahnrekorde brechen noch möglichst viele Displays besitzen. Das offene Elektrofahrzeug aus Portugal erinnert eher an einen modernen Strandbuggy.
Vier Sitzplätze, maximal 65 km/h und über 100 Kilometer angekündigte Reichweite machen schnell klar, wofür es gedacht ist: Resorts, Küstenorte, Weingüter und kurze Wege bei gutem Wetter.
Vielleicht braucht niemand ein solches Auto. Aber genau deshalb bleibt man davor stehen.

Elektroautos müssen nicht alle gleich aussehen
Vom kleinen Stadtfahrzeug bis zum extrem leistungsstarken SUV zeigen diese Modelle, wie breit Elektromobilität inzwischen gedacht wird.
Für uns sind die coolsten Elektroautos deshalb nicht automatisch die schnellsten oder teuersten. Interessant wird es, wenn Design, Technik und Nutzungskonzept etwas Eigenständiges ergeben.
Denn ein Elektroauto darf vor allem eines haben: Charakter.
Der Porsche erreicht laut Hersteller bis zu 624 Kilometer WLTP-Reichweite und lädt unter passenden Bedingungen von 10 auf 80 Prozent in 16 Minuten. Der Microlino Lite ist dagegen auf 45 km/h begrenzt und wird mit bis zu 200 Kilometern maximaler Reichweite angeboten. Audi bezeichnet den Concept C ausdrücklich als vollelektrischen, offenen Zweisitzer und als Ausblick auf künftige Produkte.


