Autoabo: Modelle und Anbieter

Mit einem Autoabo können Nutzer monatlich einen neuen Sportwagen oder ein Cabrio fahren, sie können auch für kleines Geld einen Kleinwagen abonnieren. Es gibt verschiedene Modelle, die sich für alle Gelegenheiten eignen. 

Autoabo "Audi on demand"
Autoabo „Audi on demand“ @audiondemand.com

Wofür lohnt sich ein Autoabo?

Das Abonnement von Autos wird vorrangig denjenigen Fahrern angeboten, die für verschiedene Zwecke und jeweils relativ kurzzeitig ein bestimmtes Auto benötigen. Es geht dabei um alternative Geschäftsmodelle für die Mobilitätsbranche, denn das Halten eines eigenen Autos ist nicht immer lohnenswert – unter anderem nicht für Großstädter, die häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Dabei gilt: Je größer die Stadt ist, desto weniger Menschen wollen noch Fahrzeughalter sein. Nur 23 % der Einwohner von Manhattan besitzen einen eigenen Pkw. Wer jedoch für den Kurzurlaub in den Bergen einen SUV, für die Sommerfahrt an die Küste ein Cabrio und für den nächsten Kundentermin eine elegante Limousine benötigt, kann auf ein Autoabo setzen. Dieses ermöglicht, das Fahrzeugmodell passend zum Anlass zu wählen. Einzelne Firmen – darunter auch Start-ups – haben nun verschiedene Modelle für das Autoabo entwickelt, die sich teilweise deutlich voneinander unterscheiden. Zudem wandeln die Firmen teilweise leicht die Konditionen ab, um sie dem tatsächlichen Bedarf anzupassen. Der Markt entsteht gerade erst, daher existieren derzeit (Anfang 2019) mehrere Konzepte nebeneinander. Wir wollen drei Hauptvarianten beim Autoabo vorstellen. 

Autoabo Modell 1: Car Subscription

Das Wort heißt einfach “Auto Abonnement” und mischt das Leasing und die Miete. Es funktioniert so: Vor dem Vertragsbeginn kann sich der Kunde entscheiden, welches Fahrzeug er über die Vertragsdauer nutzt. Eine Car Subscription ist als Rundum-sorglos-Paket konzipiert: In der Monatsgebühr sind sämtliche Kosten enthalten: 

  • Anmeldung des Wagens
  • Wartung
  • HU
  • Räderwechsel
  • Versicherung

Experten halten die Car Subscription für wettbewerbsfähig gegenüber den anderen drei Formen der Fahrzeugfinanzierung: Leasing, Kauf und Miete. Als hauptursächlich dafür gilt der Fakt, dass die jüngere Generation längst nicht mehr die Bindung zum eigenen Fahrzeug entwickelt, die etwas ältere Halter kennen. Auch um die ständigen Wartungen, Räderwechsel und Hauptuntersuchungen wollen sich junge Leute nicht unbedingt kümmern – um die Finanzierung einer Neuanschaffung und den Verkauf des Vorgängers erst recht nicht.

Alternativen wären das Leasing oder – für sehr kurzfristige Nutzungen – die Miete, doch beides ist teurer als Car Subscription. Daher könnte das Modell ein Baustein zukünftiger Mobilität werden. Die Fahrer zahlen weder etwas an noch eine Schlussrate, die Vertragslaufzeiten sind mit sechs Monaten bis zu einem Jahr recht kurz. Car Subscription ist ein Modell, das sich unter anderem für Menschen mit wechselnden Lebenssituationen lohnt: Es winkt ein neuer Job woanders, dadurch stehen häufige Umzüge an, vielleicht ist Nachwuchs unterwegs. Durch kurze Laufzeiten bindet sich der Kunde nicht lange und kommt daher mit den laufend veränderten Lebensumständen und der dadurch erforderlichen Autonutzung gut zurecht. Die Kosten liegen oft unter, manchmal auch leicht über denen für das Leasing, aber stets unter denen einer kurzfristigen Miete. 

Autoabo "Mercedes me"
Autoabo „Mercedes me“ @mercedes-benz.com

Autoabo Modell 2: Monatspauschale für die flexible Nutzung

Wer immer wieder das Auto wechseln, aber dennoch eine feste Monatspauschale zahlen möchte, wählt dieses Modell. Der Fahrer kann während des Vertragszeitraumes verschiedene Fahrzeuge nutzen. Die Flatrate für Luxusautos testet seit November 2017 Porsche in den USA, sie heißt dort “Passport“ (Porsche Passport). Sie richtet sich an jüngere Gutverdiener, die sich durchaus einen Porsche leisten könnten, ihn auch fahren, aber keinesfalls besitzen möchten. Dafür sind sie offenbar bereit, gar nicht wenig zu zahlen: Bei Porsche in Nordamerika kostet das Basispaket “Launch“ pro Monat 2.000 Dollar (derzeit ~1.755 Euro), wofür der Fahrer unter acht Porschemodellen wählen kann. Es gibt auch noch teurere Varianten. Für das Paket “Accelerate“ (3.000 Dollar) stehen 22 Modellvarianten zur Verfügung, unter ihnen auch der Panamera 4S und der 911 Carrera S. Der Tausch gegen ein anderes Modell aus dem gebuchten Paket ist jederzeit möglich. Per App gibt der Fahrer den gewünschten Wechsel und den Termin dafür bekannt. An diesem Tag erscheint ein Service-Mitarbeiter und tauscht die Fahrzeuge aus. Es wäre sogar denkbar, morgens mit einem bestimmten Modell ins Büro zu fahren, dort mittags zu tauschen und abends mit dem nächsten Modell heimzufahren. Die Zahl solcher Wechsel ist nicht begrenzt.

Daimler verfolgt einen ähnlichen, aber leicht abgewandelten Ansatz. Die “Mercedes Me Flexperience“ (Mercedes Me Webseite) erlaubt auch den Modellwechsel, doch die Zahl ist auf zwölfmal jährlich begrenzt. Dafür ist die Monatsrate mit 750 bis 1.800 Euro etwas günstiger. Enthalten sind Wartungen, die Versicherung, Reifenwechsel und Reparaturen sowie 36.000 km jährliche Fahrleistung. Die Flexibilität liegt etwas unter der bei Porsche, doch Daimler geht offenbar davon aus, dass nur sehr wenige Fahrer allwöchentlich ihr Auto wechseln wollen. Die meisten Nutzer sind mit dem etwas günstigeren Autoabo wohl durchaus zufrieden. 

Video: Behind The Scenes at Audi on demand SF

Autoabo Modell 3: Pay-per-Use

Der Ansatz beim Autoabo der Modelle 1 und 2 lautet, dass die Fahrer höchstwahrscheinlich täglich ihren Wagen fahren. Doch das ist keinesfalls zwingend. Gerade in großen Städten (siehe oben) fahren viele Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, um dem Stau auf den Straßen zu entgehen. Ab und zu benötigen sie ein Auto, das sie dann buchen und nur für diesen Zeitraum bezahlen. Bei Audi heißt dieser Ansatz “Audi on demand“ (Audi on demand Webseite). Die Nutzung wird stundenweise, pro Tag oder auch für drei zusammenhängende Tage abgerechnet. Die meisten Kundenanfragen entsprechen einem dieser drei Modi. Zwar wird Audi on demand derzeit vorrangig in Asien angeboten, doch registrierte Fahrer können das Autoabo weltweit nutzen. Ein deutscher Standort für Audi on demand ist der Münchner Flughafen, Reisende können dort bequem in eines von 15 angebotenen Audimodellen umsteigen. Die Preise beginnen mit 136 Euro pro Tag für einen Q2 und reichen bis zu 496 Euro pro Tag für einen RS6 (605 PS). Das Angebot wird an die Nachfrage angepasst. Audi hat auch schon andere Varianten beim Autoabo ausprobiert, so vor einigen Jahren in Schweden das Modell “Audi unite” (Audi unite Webseite). Dieses lief per Monatspauschale wie die hier vorgestellten Modelle 1 und 2, doch die Verantwortlichen von Audi konnten darin offenbar keinen Gewinn erkennen. Daher setzt man heute auf höchste Flexibilität. 

Autoabo Anbieter – Übersicht

Book by CadillacAb ca. 1.500 € / MonatWebseite
Porsche Passport (Artikel)Ab ca. 2.000 $ / Monat (USA)Webseite
Audi on demand (Artikel)Ab ca. 100 € / TagWebseite
Mercedes Me (Artikel)Ab ca. 750 € / Monat Webseite
ACCESS by BMW (Artikel)Ab ca. 1.600 € / Monat (USA)Webseite
Care by Volvo (Artikel)Ab ca. 560 € / MonatWebseite
Faaren (Artikel)Ab ca. 400 € / MonatWebseite
FairNur in den USAWebseite
Cluno (Artikel)Ab ca. 259 € / MonatWebseite
Sixt Flat (Artikel)Ab ca. 200 € / MonatWebseite
Like2drive (Artikel)Ab ca. 200 € / MonatWebseite
UPTO Schweiz (Artikel)Ab ca. 599 CHF / MonatWebseite

Fazit zum Autoabo

Um die Straßen und die Menschen (als Fahrzeughalter) zu entlasten, erscheint ein günstiges Autoabonnement als lohnenswerte Alternative zum Kauf, dem Leasing und zur Miete. Auch ist es möglich Hybridautos und Elektroautos im Abo zu erhalten. In den kommenden Jahren wird sich dieser Markt sortieren.